100 Jahre St. Paul

Pauluskirche 2012

Foto: Tobias Haas, gluupoog.ch Foto: Tobias Haas, gluupoog.ch

 

Aus der Geschichte 

Bereits um 1900, als im Obergrundgebiet eine rege Bautätigkeit ihre Anfänge nahm, wurde privat die Initiative für einen Kirchenbau ergriffen. Ein Jahr später wurde ein Komitee mit dem Namen «Kirchenbau-Gesellschaft Obergrund» gebildet. Die erste Aufgabe war es, einen geeigneten Bauplatz zu finden und die finanziellen Mittel zu beschaffen. Beides konnte das Komitee bewerkstelligen, sodass es 1904 das Kirchenbauprojekt vom Architekten Karl Moser aus Karlsruhe in Auftrag geben konnte.

 

Am 22. Mai 1910 fand dann die feierliche Grundsteinlegung durch Bischof Jacobus Stammler statt. Links vom Hauptportal wurde die Gründungsurkunde eingemauert. Die Einweihung fand dann gut zwei Jahre später am 15. August 1912 statt.

 

Der interessante Kirchenbau von Karl Moser hat in den vergangenen Jahrzehnten das Auge vieler Menschen erfreut, die über den Obergrund den Weg in unsere Stadt gefunden haben. Auch für jene, die wieder aufbrachen zu anderen Destinationen, verwiesen die Kirchtürme auf eine segensreiche Verbindung von Himmel und Erde. Wurden die Sandsteine für den Kirchenbau anfangs des 20. Jahrhunderts noch vom Bahnhof Kriens mit Ross und Wagen an den Dünkelweiher gefahren, pulsiert das Leben der heutigen Verkehrsmittel unmittelbar an unserem Gotteshaus vorbei, das wie ein Fels in der Brandung als ruhender Pol und Oase der Sinne zum Verweilen einlädt.


Pfarreiteam St. Paul & Jubiläums OK


Buchtipp: der neue Kirchenführer für St. Paul

Urs-Beat Frei
Kirche St. Paul Luzern. Ein kulturgeschichtlicher Führer
68 Seiten, zahlreiche farbige und historische s/w Abbildungen
Brunner Verlag Kriens, Fr. 18.50

Zum Inhalt
Die mit hochwertigen Fotos ausgestattete Publikation vermittelt viel Neues und kulturgeschichtlich Interessantes zur Luzerner Pauluskirche. Sachkundig erschliesst sie Architektur und Ausstattung des in verschiedener Hinsicht ungewöhnlichen katholischen Gotteshauses. Grosse historische Zusammenhänge werden ebenso aufgezeigt wie einzelne Ausstattungsstücke im Detail kenntnisreich erläutert. Das schön gestaltete, auch mit vielen historischen Aufnahmen versehene Werk geht zudem weit über einen üblichen Führer hinaus: Aufschlussreiche Zugänge werden gerade dadurch vermittelt, dass der Autor Schlaglichter auf das Zeitgeschehen von 1912 wirft, über die Baugeschichte informiert und aufzeigt, wie die Kirche besonders in ihrer Entstehungszeit, aber auch danach wahrgenommen wurde.

Zum Beispiel befand man das Innere von St. Paul bei der Einweihung als so modern, dass das «Vaterland» glaubte, die in ihren Ansichten völlig auseinander gehenden Lager würden sich nie wieder ganz versöhnen. Obwohl die Bauherrschaft ausdrücklich keine «moderne Architektur» wünschte, entstand nach sechs Jahren, während derer das Geld für die Finanzierung gesammelt werden musste, eine der bemerkenswertesten, unter dem Einfluss des zeittypischen Jugendstils stehenden Kirchen der Schweiz. Bereits ein Jahr vor der Einweihung löste die Wahl des Künstlers für die Ausführung des grossen Chorwandbilds (Théophile Robert aus Neuenburg) eine heftige öffentliche Debatte aus. Eine vom «Luzerner Tagblatt» geführte Kampagne beabsichtigte gar, den Juryentscheid umzustossen, weil der Entwurf als zu modern und zu sehr von Ferdinand Hodlers Malstil beeinflusst angesehen wurde.

Kunst- und Architekturkritiker sind sich heute einig, dass die Luzerner Pauluskirche ein Hauptwerk des bekannten, von Le Corbusier als «Wegbereiter der Moderne» bezeichneten Architekten Karl Moser darstellt. Als «Waldkirche» gehört sie überdies zu den wenigen und interessantesten, vom Jugendstil beeinflussten Gotteshäusern der Schweiz.

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Bilderschau «Erinnerungen»

Agenda für das Jubiläumsjahr 2012

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